Eigenheim

Die Anpassung der eigenen Immobilie

Man möchte im Alter gerne in der gewohnten Umgebung leben. Ein Sprichwort sagt: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“.

Oft ist es jedoch so, dass die eigene Immobilie, also das Haus oder die Eigentumswohnung, nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen und Ansprüchen genügt. Mit mehr oder weniger Aufwand ist es jedoch meist möglich, den vorhandenen Wohnraum anzupassen. Man muss eigentlich nur dafür sorgen, dass die Wohnung barrierefrei ist. Dabei geht es insbesondere um die Beseitigung von vertikalen (Treppen, Schwellen), horizontalen (Türbreiten) und räumlichen (Bewegungsflächen) Barrieren und Hindernissen. Dort, wo solche Hindernisse nur mit viel Aufwand baulich beseitigt werden können, kann man immer noch Hilfsmittel wie zum Beispiel einen Treppenlift einbauen.
Ziel muss es sein, den betagten Bewohnern, aber auch Menschen mit Behinderungen, ein komfortables Umfeld zu bieten.

Die Barrierefreiheit ist in der DIN 18025 definiert. In dieser Norm-Vorschrift findet man eine Vielzahl von geeigneten Maßnahmen. Zum Beispiel gibt es dort Hinweise zur Montage eines Haltegriffes an der Dusche oder Badewanne, die bodengleiche Dusche und die Verbreiterung von Türen.

Tipps für den Umbau:

Nachfolgend finden Sie Tipps und Anregungen, wie Sie Ihre Wohnungen beziehungsweise Ihr Haus anpassen und umbauen können. Tipps zum Hausbau bei ImmobilienScout24.de

Hauseingang (außen)

  • stufenloser Zugang, Rampe für Rollstuhl
  • guter und breiter Zugang zum Haus
  • bei Stufen: vollständige Handläufe und sichere Stufen
  • rutschfester Boden- und Treppenbelag
  • gute Beleuchtung
  • Fußmatte bodengleich und rutschfest
  • gute Erkennbarkeit des Türschlosses
  • erreichbare Klingel, beleuchtetes Klingelschild
  • gut lesbares Namensschild
  • erkennbare Hausnummer (beleuchtet)
  • von innen gut erreichbarer Briefkasten (auch für Rollstuhl)
  • Wetterschutz (Vordach, Windfang)Tipp: die richtige Alarmanlage kaufen für mehr Sicherheit im Eigenheim

Treppenhaus

  • Treppe nicht steil
  • rutschfeste breite Stufen
  • Handläufe links und rechts, gut zu umfassen
  • Handlauf am Anfang und Ende hinausragend
  • Trittstufen sichtbar markiert (optimal: Im Dunkeln nachleuchtend)
  • Gute, schattenlose Treppenbeleuchtung
  • Treppenlift nachrüstbar

Eingangsbereich: Wohnung, Flur

  • Leichtgängige Haustüre, leichtgängiges Türschloß
  • Lichtschalter direkt an der Wohnungstüre (innen und außen)
  • Neue, große Türgriffe oder Verlängerung der vorhandenen Türgriffe
  • ausreichend Bewegungsfläche
  • gut greifbare, große Schlüssel
  • Sitzgelegenheit für das Anziehen der Schuhe (Schuhanziehhilfen, „Schuhlöffel“)
  • gut erreichbare Ablagen für Post, Schlüssel usw.
  • gut erreichbare Garderobe
  • laute Klingel und optische Signalisierung der Klingel (Blinkleuchte)
  • Gegensprechanlage mit elektrischem Türöffner für die Haustüre
  • optimal: Kameraüberwachung des Haustürbereiches
  • Türspion an der Wohnungseingangstüre
  • Einruchsicherung der Wohnungstür (z. B. zusätzliche Verriegelung, Kettenschloß)
  • bodengleich eingelegte Fußmatte bzw. rutschfester, flacher Fußabtreter

Wohnzimmer:

  • Ausreichend Bewegungsfläche, notfalls Möbel umstellen
  • Barrierefreiheit, Schwellenfreiheit
  • Sitzmöbel (Sofa, Sessel) in der Höhe anpassen (z.B. durch Holzklötzchen)
  • Schränke in der Höhe anpassen oder anders einräumen
  • Sitzmöbel mit Aufstehhilfe (Armstützen), Fußbank
  • (Fernseh-) Sessel mit Aufstehhilfe
  • stabile und standfeste Möbel zum Abstützen beim Gehen oder Stehen
  • blendfreie Beleuchtung, gut zugängliche Lichtschalter, ggf. Fernbedienung für Licht-Dimmer
  • Stolperfallen beseitigen (z.B. Stromkabel)
  • zusätzliche Steckdosen installieren
  • Lese-Ecke mit Tageslicht
  • Ablagefläche direkt neben dem Sofa / Sessel für Zeitung, Telefon, Getränk usw.
  • Rutschsicherung der Böden (z.B. mit Teppichen)

Schlafbereich

  • Bewegungsfreiheit rund ums Bett
  • breiter Durchgang zum Bad ohne Hindernisse
  • Lichtschalter direkt am Bett
  • Beleuchtung blendfrei
  • Neues hohes Bett oder Anpassung der Betthöhe
  • Bett nachrüstbar mit „Galgen“, Haltegriff zum Aufrichten
  • Bettenuntergestell mit verstellbarem Kopf-/Fußteil
  • bequeme Matratze
  • standsicherer Nachtisch (zum Abstützen) neben dem Bett für Telefon (Notruf)
  • Abstützmöglichkeit und Aufstehhilfen (Haltegriffe)
  • gut erreichbare Schränke
  • rutschhemmender Bodenbelag

Küche

  • ausreichend Bewegungsfläche (auch für Rollstuhl), insbesondere vor dem Herd
  • rutschsicherer Boden ohne Stolperfallen
  • stabiler Sitzarbeitsplatz, abstützsicher
  • standsichere Möbel zum Abstützen beim Stehen und Gehen
  • große Arbeitsfläche zwischen Herd und Spüle
  • Betriebsleuchten von Herd und Backofen leicht erkennbar, große Leuchten
  • Armaturen leicht bedienbar
  • Unterschränke mit Schubladen
  • Kühlschrank und Backofen höher stellen (kein Bücken)
  • Oberschränke tiefer anbringen (Glasböden zum besseren Erkennen)
  • Anpassung der Höhe von Arbeitsflächen und Sitzmöbeln (höher oder tiefer)
  • Beleuchtung im Arbeitsbereich
  • Steh- und Gehhilfen (Haltegriffe)
  • altersgerechtes Besteck mit großen Griffen
  • Rollstuhl kann unter den Küchentisch gefahren werden

Badezimmertüre

  • breite Türe
  • Tür öffnet nach außen
  • Schwellenfreier Zugang

Wanne

  • Bewegungsfreiheit vor der Wanne
  • schwellenfrei begehbare Badewanne (z.B. mit Seitentüre, hydraulisch höhenverstellbarer Badewannenlift, schwenkbare Einstiegshilfe)
  • Haltegriffe und Haltestangen
  • große, sichere und leicht bedienbare Armaturen
  • Warmwasser-Armatur darf nicht außen heiß werden
  • Temperaturbegrenzer zur Verhinderung der Verbrennungsgefahr
  • rutschfester Wannenboden (Aufkleber oder rutschfeste Bodenmatte nachrüstbar)
  • optimal: Notruf-Telefon (oder Knopf) direkt erreichbar

Dusche

  • freie Bewegungsfläche vor der Dusche
  • rutschfester Badezimmerboden vor der Dusche
  • rutschfester Belag in der Dusche
  • Bodengleiche, schwellenfrei Dusche
  • aufklappbare Sitzgelegenheit, stabiler Duschhocker
  • mehrere Haltegriffe
  • gut bedienbare Halterung für Brauskopf, höhenverstellbar
  • große, sichere und leicht bedienbare Armaturen
  • Warmwasser-Armatur darf nicht außen heiß werden
  • Temperaturbegrenzer zur Verhinderung der Verbrennungsgefahr
  • rutschfester Wannenboden (Aufkleber oder rutschfeste Bodenmatte nachrüstbar)
  • optimal: Notruf-Telefon (oder Knopf) direkt erreichbar

WC

  • Rutschfester Bodenbelag
  • viel Bewegungsfreiheit
  • Hoch installiertes WC, ggf. Toilettenaufsatz
  • großer Taster für Spülung
  • Stützgriffe (z. B. wand- oder bodenbefestigte Bügelstützen)
  • im Aufsatz integrierte Armstützen (höhenverstellbare Stützgestelle)
  • erreichbarer Toilettenpapierhalter
  • optimal: Notruf-Telefon (oder Knopf) direkt erreichbar

Waschbecken:

  • Rutschfester Bodenbelag
  • viel Bewegungsfreiheit
  • Höhenverstellbares Waschbecken (Waschen im Sitzen und Stehen)
  • Rollstuhl kann unter das Waschbecken gefahren werden
  • Spiegel zum Waschen im Sitzen
  • große, sichere und leicht bedienbare Armaturen
  • Warmwasser-Armatur darf nicht außen heiß werden
  • Temperaturbegrenzer zur Verhinderung der Verbrennungsgefahr
  • Waschen im
  • Im Sitzen erreichbare Ablage
  • Haltegriffe am Waschbecken

Balkon, Terrasse

  • schwellenfreier Zugang, barrierefrei (ggf. Erhöhung des Balkonfußbodens)
  • Stützgriffe
  • ggf. bewegliche Rampe zum Überfahren der Balkonschwelle
  • breit Balkontür
  • Umgestaltung der Balkonbrüstung (ab 60 cm Höhe transparent)
  • Windschutz anbringen
  • Sonnenschutz
  • einbruchsichere Rollladen (Sicherheit)

Informationen:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
http://www.bmfsfj.de/

Forum für gemeinschaftliches Wohnen im Alter Bundesvereinigung e.V. (FGWA)
http://www.fgwa.de/

Forum Seniorenarbeit
http://www.forum-seniorenarbeit.de/
So lange wie möglich zu Hause bleiben – Wohnen im Alter

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