Senioren-WG

Die Wohngemeinschaft als Alternative zum Altenheim

Eine Wohngemeinschaft (WG) ist eine gute Alternative zu anderen Wohnformen für Senioren (Altenheim, Seniorenresidenz, altersgerechtes Eigenheim usw.). Es gibt verschieden Arten von Wohngemeinschaften:1. Wohngemeinschaft für Senioren
2. Wohngemeinschaft für Jung und Alt.

Beide Wohnformen haben ihre Vor- und Nachteile. Sie werden im Folgenden gegenübergestellt.
Auf was Sie bei der Entscheidung achten müssen, haben wir ganz unten aufgeführt.

Die Senioren-WG

Gemeinsam ist man stark. Nach diesem Motto gründen viele Senioren eine WG. Immer mehr Senioren möchten in einer Wohngemeinschaft leben. So ist man nie alleine und kann sich gegenseitig helfen und im Pflegefall versorgen. Der Gestaltung sind nur wenige Grenzen gesetzt. Man kann zum Beispiel neben komplett abgeschlossen Appartements eine Gemeinschaftsküche und einen zentralen Gemeinschaftsraum einrichten. Denkbar wäre auch ein Gemeinschaftsbad. Oft ist beim Bad jedoch die Grenze der eigenen Privatsphäre, an die man sich in den letzten Jahrzehnten gewöhnt hat, erreicht.

Es sind verschiedene Vorraussetzungen zu beachten:
Geeignete Mitbewohner
eine barrierefreie Immobilie (Wohnung, Haus)
ein ganz normaler Mietvertrag, der die Mietergemeinschaft gegenüber dem Vermieter verpflichtet und umgekehrt.

Für den Fall der Pflegebedürftigkeit eines Bewohners kann ein ambulanter Pflegedienst engagiert werden. Diesen findet man bei privaten Anbietern und Wohlfahrtsverbänden. Ist jedoch die Pflegebedürftigkeit groß, so ist die Pflege auch kostenintensiv und kann durch die Zuschüsse der Pflegekasse alleine nicht gedeckt werden. Dann müssen die Bewohner und die Angehörigen dazu zahlen. Oder das Sozialamt muss einen Teil der Pflegekosten tragen.

Bei geringem Pflegebedarf können Angehörige einen Teil oder die ganze Pflege übernehmen. Dies spart Kosten. Für die Nacht könnte man eine Notrufanlage installieren. Diese ist mit der Zentrale eines Hilfsdienstes verbunden, wo im Notfall schnelle Hilfe organisiert werden kann.

Ein großes Problem ist die Suche nach geeignetem Wohnraum. Der Immobilienmarkt ist noch nicht ausreichend auf die zunehmende Anzahl von Senioren und deren Wunsch nach altersgerechtem Wohnraum eingestellt. Die Nachfrage ist sehr groß.

Die gemischte WG (Jung und Alt unter einem Dach)

Bei dieser WG-Form hat man eine soziale Mischung mit familien-ähnlichem Charakter.

Der Vorteil liegt darin, dass sich die „Jungen“ und die „Alten“ hervorragend ergänzen. Eine Abgrenzung der Senioren hinter verschlossenen Mauern gibt es nicht. Außerdem können die Senioren auf die Hilfe der jüngeren Mitbewohner zählen, wenn sie Hilfe brauchen. Zum Beispiel beim Arztbesuch, beim Einkauf oder während Krankheitszeiten.

Geeignet ist diese gemischte WG für Senioren, die jung bleiben wollen und bewusst auf andere Menschen zugehen wollen. Eine aktive und intakte WG könnte zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten pflegen: Das gemeinsame Sonntagsfrühstück, gemeinsame Feiern, gemeinsames Kochen.

Tipps für die Wohngemeinschaft:

Bevor man sich jedoch für eine WG entscheidet, sollte man sich sehr gut überlegen, mit wem man in dieser familien-ähnlichen Situation zusammen leben möchte. Die WG sollte langfristig Bestand haben. Schließlich wechselt man die WG nicht so schnell wie z.B. ein Hotel.

Die Bewohner sollten einen Vertrag oder eine „WG-Ordnung“ aufsetzen, die den Umgang miteinander regelt. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn man in die Situation kommt, dass man nicht mehr miteinander spricht.

Bereits vor dem Einzug in eine Senioren-WG sollten Pflegebedürftige ihren Hilfebedarf durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen feststellen lassen und sich in eine Pflegestufe einstufen lassen. Sie erhalten dann Zuschüsse zu den Pflegekosten.

Die Bewohner sollten regelmäßige Versammlungen durchführen. Somit kann man Konflikte verhindern. Die unterschiedlichen Erwartungen können angesprochen und Problem diskutiert werden.

Kontaktadressen:

Forum für gemeinschaftliches Wohnen im Alter – Bundesvereinigung e.V.
Bismarckstr. 70
10627 Berlin
Tel.: 0 30 / 3101-6683
Fax: 0 30 / 3101-6690
fgwa-online@freenet.de

Bundesforum für gemeinschaftliches Wohnen e.V.
G. Hellwig
Kiebitzrain 84
30657 Hannover
Tel.: 0511 / 604-5955
Fax: 0511 / 604-4507

Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V.
Bundesvereinigung (FGW)
Brehmstraße 1 A
30173 Hannover
Tel. 0511 / 4753 253
Fax 0511 / 4753 530
e-mail: info@fgwa.de
Internet: www.fgwa.de

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
http://www.bmfsfj.de/

Forum Seniorenarbeit
http://www.forum-seniorenarbeit.de/
So lange wie möglich zu Hause bleiben – Wohnen im Alter

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